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Krieg der Nerven

Hm, wie soll ich eigentlich anfangen? Vielleicht damit:

 

letzten Samstag musste ich wieder zu meinem Franco, das ist mein Hairstylist, der einzige Mann in meinem Leben, der einfach bestimmt und ich überlasse ihm die Entscheidung, den ich habe absolutes Vertrauen in sein Können. Unter uns gesagt, diese Spaghettihaare benötigen wirklich Wunderhände... Und da wären wir bei dem Thema Vertrauen! Nachdem Franco sich mit der Scheere ausgetobt hatte, habe ich mich mit meiner Sis getroffe. Es ist seit Jahren ein ungeschriebenes Gesetz, dass wir uns samstags treffen um einfach ein Stück Kuchen und Kaffee in irgend einem Cafe zu genießen. Tja das blöde dabei war nur, dass Samstag kühl war, ich zu leicht angezogen und somit war es klar, dass ich mir eine schöne fette Erkältung eingeholt hatte. Sonntag habe ich das Bett nicht verlassen und am Montag schleppte ich mich dann irgendwie ins Büro.

 

Um 11 Uhr war dann Schluss, es ging nichts mehr. Meine alljährliche Erkältung machte sich in meinem Körper gemütlich. Bevor ich mir mein "Heilmittel" fertig machte, sagte ich alle Termine an diesem Tag ab. Ich hatte Vertrauen wie immer in mein "Heilmittel", das aus lauwarmer Rakija (Zwetschgenschnaps) mit Honig bestand. Wie es in Ex-Jugo-Land heißt "Kind egal was Du hast, trink Rakija, das macht gesund!" Tja und ich hatte auch das Vertrauen, wie immer.

 

Nun Rakija ex, ins Bett, durchschwitzen und einfach nur schlafen.

 

Am nächsten Tag war ich wie neu! Vertrauen in etwas bewirkt tatsächlich Wunder, aber auch die Erkenntnis, dass es Menschen gibt die kein Vertrauen anderen schenken bzw. ihnen das Vertrauen absolut fremd ist.

 

Wie die Tatsache, dass mir nebenbei von meinem Kollegen gesagt wurde, ja meine Frau kränkelte am Montag auch, aber jetzt hat sie Test gemacht, und sie hat kein Corona! - Übersetzt: vielleicht solltest Du Test machen, vielleicht hast Du Corona! Ich habe diese Bemerkung einfach überhört. Ich hatte 0 Symptome und ganz ehrlich, ich habe mich nur Verkühlt gehabt. Ab einem gewissen Alter ist es halt so, dass man vom Friseur mit einer Mütze auf dem Kopf aus dem Geschäft raus läuft. 

 

Ich frage mich, wie ist es mit den Menschen die Corona bereits hatten, haben sie es ihren Freuden und Kollegen erzählt, oder haben sie Angst vor Reaktionen? So etwa wie in den 80er mit Aids? Wo alle panisch waren und keiner einen HIV-Infizierten anfassen geschweige denn umarmen wollte...

 

Die Zeit in der wir gerade stecken ist wirklich ein Kampf der Nerven! Aber ich werde mich mit einer Tasse Tee vertrauensvoll zurücklehnen und einfach alles auf mich zukommen lassen - abwarten und Tee trinken...

 

Ein dicker Kuss & Gruß

 

Mirri

 

 

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